Schwarzfahren ist kein Kavaliersdelikt

Seit Beginn des Jahres taucht es regelmäßig wieder in den Nachrichten, Reportagen und Talkshows auf: der Deutsche Richterbund hat sich dafür ausgesprochen, das sogenannte Schwarzfahren als Straftat aus dem Strafgesetzbuch zu streichen. Vielmehr sollen sich die Verkehrsbetriebe um mehr Zugangskontrollen bemühen.

„Wenn sie das aus betriebswirtschaftlichen Erwägungen heraus nicht tun, dann darf nicht der Steuerzahler als Lückenbüßer herhalten.“
Jens Gnisa, Vorsitzender des Deutschen Richterbundes

Herrn Gnisa scheint entfallen zu sein, dass die Verkehrsbetriebe von den Kommunen bzw. den Bundesländern bezuschusst werden. Zugangskontrollen oder verstärkte Kontrollen, wie sie von Herrn Gnisa vorgeschlagen werden, erzeugen also Mehrausgaben, die von den Kommunen bzw. den Bundesländern ausgeglichen werden müssen. Auch hier zahlt der Steuerzahler, der alles andere als ein Lückenbüßer ist.

Durch die Beförderungserschleichung entgehen den Verkehrsbetrieben Millionen Euro an Einnahmen. Millionen Euro, die durch die Zuschüße vom Steuerzahler ausgeglichen werden müssen. Das Schwarzfahren ist also nicht nur Betrug an den Verkehrsbetrieben, sondern auch Betrug am Steuerzahler. Und das soll in Zukunft wirklich straffrei sein? Das kann Herr Gnisa nicht ernst meinen.

(1) Wer die Leistung eines Automaten oder eines öffentlichen Zwecken dienenden Telekommunikationsnetzes, die Beförderung durch ein Verkehrsmittel oder den Zutritt zu einer Veranstaltung oder einer Einrichtung in der Absicht erschleicht, das Entgelt nicht zu entrichten, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.
(2) Der Versuch ist strafbar.
Auszug aus §265a Strafgesetzbuch, Erschleichen von Leistungen

Auch wenn die Verkehrsbetriebe das erste Schwarzfahren bereits zur Anzeige bringen können, belassen sie es in der Regel bei dem erhöhten Beförderungsentgelt von mindestens 60 Euro. Erst bei Wiederholungstätern, insbesondere bei notorischen Schwarzfahrern, werden die Vergehen in Summe zur Anzeige gebracht und beschäftigen dann die Gerichte. Und damit wären wir genau beim entscheidenden Punkt.

Einzelfahrkarte. Foto: Marcus Bölt

Würde man das Erschleichen der Beförderung als Straftat streichen und zu einer Ordnungswidrigkeit herabstufen, wäre für notorisches Schwarzfahren die Tür geöffnet. Ohne die Aussicht damit straffällig zu sein und vor Gericht zu kommen, ist die Hemmschwelle nach unten gesetzt. Die Fahrkartenkontrollen werden in der heutigen Zeit nie mehr so flächendeckend möglich sein, wie es bis in die 1970er der Fall war. Die Wahrscheinlichkeit, mit der Zahlung des erhöhten Beförderungsentgeltes insgesamt weniger zu zahlen, als mit der normalen Fahrkarte, ist sehr groß.

Zudem: die Beförderungserschleichung ist nichts anderes als Diebstahl, der Diebstahl einer Dienstleistung. Alleine schon aus der Gleichbehandlung heraus, müsste man auch den Ladendiebstahl aus dem Strafgesetzbuch streichen. Frei nach Herrn Gnisa: Wieso sollte der Steuerzahler der Lückenbüßer für den Ladeninhaber sein?

Ich verstehe den Deutschen Richterbund insoweit, dass Schwarzfahren in der Summe ihrer Gerichtsverhandlungen tatsächlich eine Bagatelle darstellt und in der Flut an Verfahren die ein oder andere Straftat mangels Kapazitäten nicht verhandelt wird. Eine Entschärfung des Strafgesetzbuches kann aber hier nicht die Lösung sein, sondern die Schaffung genügend Kapazitäten. Und hier ist die Politik gefordert.

Selbiges gilt auch für die Überbelegung der Justizvollzugsanstalten, bei denen viele Insassen Ersatzhaftstrafen absitzen, weil sie ihre Strafe nach der Verurteilung wegen der Beförderungserschleichung nicht bezahlt haben oder nicht bezahlen konnten. Hier wäre stattdessen gemeinnützige Arbeit statt Gefängnis ein gutes Mittel. Aber auch hier ist die Politik gefordert.

Und ebenso muss sich die Politik einmal darum kümmern, warum viele Bürger zum Schwarzfahren gezwungen werden, weil sie zu wenig finanzielle Mittel haben und damit erst recht nicht die Strafen bezahlen können. Aber das ist alles kein Grund, das Schwarzfahren zu verharmlosen.

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Es war ein Spaßvideo

Studenten der russischen Pilotenschule in Uljanowsk erlaubten sich einen Spaß und drehten ein Video. In Anspielung auf das Musikvideo zu Satisfaction von Benny Benassi, indem sich leicht bekleidet Frauen mit Werkzeugen zum Beat räkeln, haben die Studenten sich selbst, nur mit Unterhose und Krawatte oder Pilotenmütze bekleidet, gefilmt.

Dieses Video sorgt jedoch nun für Ärger. Der Leiter des Instituts zeigt sich überhaupt nicht amüsiert darüber und droht mit ernsthaften Konsequenzen, bis hin zur Exmatrikulation. Die Staatsanwaltschaft hat bereits Ermittlungen aufgenommen, um die Teilnehmer am Videodreh zu identifizieren.

Nun geht ein Flashmob durch Russland, denn viele Studenten und Schüler anderer Institute springen den Pilotenkadetten bei und drehen selbst Videos und stellen sie ins Netz. Von mir gibt es hierfür alle Hochachtung, ich finde den Flashmob genial und hoffe, dass aus dem Spaßvideo der angehenden Piloten keine Maßnahmen zu erwarten sind. Es ist ein Spaß, mehr nicht, aber auch nicht weniger.

Zur Seite gesprungen sind die Schüler der landwirtschaftlichen Hochschule von Uljanowsk mit diesem Video:

Auch die Kadetten des Zivilschutzes nehmen am Flashmob teil:

Und auch Medizinstudenten beteiligen sich:

Auch Stundenten anderer Universitäten sind dabei:

Und Studentinnen aus Volgograd haben auch ein Video gedreht:

Blogparade: Meine Erfahrung mit Online-Dating

Kati von kissnapping.de hat zu einer Blogparade über die Erfahrung mit Online-Dating aufgerufen. Da möchte ich mich doch sehr gerne daran beteiligen und Euch erzählen, wie so das schwule Online-Dating aussieht.

PlanetRomeo – das schwule Einwohnermeldeamt

PlanetRomeo, früher GayRomeo, gilt als das Verzeichnis schlechthin. Es gibt wohl kaum jemanden, der hier nicht schon einmal angemeldet war. In seinem Profil kann man dort einstellen ob man Freunde, Beziehung oder die schnelle Nummer sucht. Oder auch alles. Zudem kann man sich den Online-Status entsprechend einstellen, auf welcher Suche man denn momentan ist.

Die Mehrheit scheint hier jedoch die schnelle Nummer zu suchen. Zumindest ist das die Erfahrung, die ich gemacht habe. Weder Freunde noch Bekanntschaften haben sich hier ergeben. Das Erstaunliche: lernt man über andere Wege jemanden kennen, hat derjenige auch immer ein Profil auf den blauen Seiten. Viele melden sich ab und später wieder neu an. Irgendwie geht es nicht mit PlanetRomeo – aber auch nicht ohne. Obwohl die Plattform, dank eindeutiger Profilbilder, eher wirkt wie der Otto-Katalog für den nächsten One Night Stand.

Grindr – Gays in Deinem Umkreis

Als wohl zweitgrößte Plattform gibt es Grindr. Eine App für das Smartphone, die Männer nach der Entfernung anzeigt. Auch hier ist es möglich, im Profil die Suche nach Bekanntschaften, Freunden, Beziehung oder die schnelle Nummer einzustellen. Doch das Ergebnis ist eigentlich das selbe wie bei Romeo: gesucht wird fast ausschließlich die nächste Bettgeschichte.

Sehr negativ an Grindr: es ist voll mit sogenannten Escorts. Escorts sind Männer, die sich nur gegen Geld auf ein Treffen einlassen. Eigentlich nur ein schöneres Wort für Prostitution. Besonders in Großstädten und dort ganz besonders innenstadtnah ist mindestens jeder zweite ein Escort. Da bleibt sogar bei der Suche nach einem One Night Stand die Lust auf der Strecke.

Tinder – die Erfindung des Wisch-und-weg-Prinzips

Die App Tinder dürfte sehr vielen von Euch bekannt sein. Tinder hat das Like und Don’t like über das Wischen nach rechts bzw. links erfunden. Da dies ausschließlich über das Profilbild passiert kann man zurecht behaupten: es ist nur noch eine oberflächliche Fleischbeschau.

Das Prinzip ist, sogenannte Matches zu finden. Also dass beide nach rechts für Like gewischt haben. Dann kann man gemeinsam in Kontakt treten, chatten, sich treffen und die große Liebe finden. Soweit die Theorie. In der Praxis hat man zwar tatsächlich Matches, aber nur etwa bei jedem 100. Match kommt auch ein Chat zusammen und bei dem geht es auch nur um das sofortige Treffen zum Druckabbau.

Die Ernüchterung macht sich erneut breit. Das Wisch-und-weg-Prinzip hat noch ein paar Nachahmer gefunden, die sexuellste davon dürfte wohl Stndr sein, bei denen nur noch per Schwanzvergleich entschieden wird. Willkommen im 21. Jahrhundert. Wo ist die Zeitmaschine zurück?

Nur alles negativ?

Nein, nicht unbedingt. Grundsätzlich ist jede Plattform das, was man für sich selbst daraus macht. Und es kann auch eine positive Überraschung geben. So hat es bei mir bei einem Grindr-Date gefunkt. Vom ersten Augenblick weg hatten wir beide das Gefühl, jemand besonderen gegenüber zu haben. Und so blieb es nicht nur bei diesem Date, viele weitere folgten. Und heute? Heute sind wir verlobt und glücklich. Und verlieben uns täglich aufs neue ineinander.

Online-Dating: ich habe mein Glück tatsächlich gefunden.

Blogparade: Kleine Rituale

Der Lutz Prauser hat zur Blogparade zum Thema Kleine Rituale eingeladen und da möchte ich gerne teilnehmen und Euch an meinen Ritualen teilhaben lassen.

Zuerst einmal musste ich mich selbst im Alltag beobachten. Viele seiner Rituale sind einem gar nicht bewusst. Dabei fällt ist mich auch aufgefallen, dass die Grenze zwischen einem Ritual und einer Macke ziemlich schleichend ist.

Unterschied Ritual und Macke

Zur genaueren Erklärung möchte ich Euch erst einmal erklären, was für mich ein Ritual und was eine Macke ist.

Ein Ritual ist für mich ein immergleicher Ablauf, für den ich mich bewusst entschieden habe. Wahrscheinlich läuft es sogar so automatisiert ab, dass man sich keine Gedanken darüber macht.

Eine Macke ist zwar ebenfalls ein immergleicher Ablauf, aber man hat sich nicht bewusst dazu entschieden und macht sie einfach. Für andere wirken sie mitunter komisch oder seltsam. Man selbst hat aber den inneren Monk, der durchdreht, wenn man von diesen Mackenritualen abweicht.

Meine Rituale und Macken

Da wäre das Sammeln von Schritten und Kilometern – beim Telefonieren. Irgendwann hat es mal begonnen, bei Telefongesprächen hin und her zu wandern. Still sitzen kann ich dabei nicht. Zuhause oder unterwegs ist das mit Smartphone und DECT-Telefon ja noch ganz einfach. Aber mit dem stationären Telefon im Büro ist das schwierig. Meist stehe ich trotzdem auf und schaue aus dem Fenster. Sitzen bleiben kommt für mich definitiv nicht in Frage.

Zuhause beim Fernsehen wird mit dem TV auch ein AV-Receiver eingeschalten. Den AV-Receiver stelle ich direkt danach auf Lautstärke 25, wenn es zwischen 22 und 8 Uhr ist, sonst auf Lautstärke 30. Ab dann wird der Ton nur noch in 2,5er-Schritten hoch- oder runtergeregelt. Eine Stufe 28 gibt es bei mir z.B. nicht, entweder 27,5 oder 30. Dazwischen? Niemals.

Margarine muss ich immer gleichmäßig von beiden Seiten aus der Dose streichen, möglichst flach. Immer nur von einer Seite zu streichen oder gar zum Backen ein ganzes Eck heraus zu nehmen, kommt für mich niemals in Frage. Wenn mir eine ungleichmäßig ausgestrichene Margarinendose in die Hand fällt, versuche ich möglichst die Gleichmäßigkeit wiederherzustellen.

Ebenso gehören leere Flaschen für mich korrekt in den Träger einsortiert. Nicht nur, die richtige Flasche in den richtigen Träger, sondern auch im Eck beginnend und dann der Reihe nach einsortiert. Durcheinander, wie man es oft in Büros bei Leergutträgern sieht, kann ich nicht. Das geht sogar soweit, dass ich das manchmal erst sortieren muss.

Ich könnte jetzt noch viel mehr erzählen, aber das würde irgendwann den Rahmen sprengen. Es war auf jeden Fall sehr interessant, sich selbst einmal zu beobachten und sich bei Ritualen zu erwischen.

Welche Rituale hast Du denn so? Vielleicht machst Du selbst noch bei der Blogparade mit (läuft noch bis 30.11.2017) oder schreibst es in die Kommentare.

Zugtaufe Anne Frank – Würdigung oder Demütigung?

Vor kurzem gab die Deutsche Bahn die 25 Namen herausragender Deutscher bekannt, nach denen 2018 und 2019 ICE4-Triebzüge benannt werden sollen. Als ich unter der Liste die Namen Anne Frank und Geschwister Scholl las, habe ich mich sehr gefreut.

Aber es gibt auch Menschen, die waren entsetzt: eine deportierte und ermordete Jüdin auf einem Zug, wo doch ausgerechnet die Eisenbahn bei der Deportation groß geholfen hat. Ist das pietätlos und demütigend?

Ich bin der Meinung: Nein. Gerade, weil die Eisenbahn bei der Deportation der Juden in die Vernichtungslager beteiligt war, ist eine Zugtaufe eine Würdigung. Anne Frank, die wohl weltweit bekannteste, ermordete Jüdin, steht hierbei für die Millionen ermordeten Menschen im Dritten Reich. Zusammen mit den Geschwistern Scholl tragen die ICEs eine Botschaft der Mahnung durch ganz Deutschland.

Aber es gibt auch Gefahren, denen die Deutsche Bahn aufmerksam entgegenwirken muss. Es muss sichergestellt sein, dass der ICE Anne Frank niemals mit dem ICE Martin Luther zusammen gekuppelt wird – immerhin war Luther Antisemit. Beide Züge in einem Zugverband wäre tatsächlich eine Demütigung. Daher sollten sollte die Deutsche Bahn gewährleisten, dass hier nur die zwölfteiligen ICEs auf Anne Frank, Martin Luther und Geschwister Scholl getauft werden – auch bei Umtaufen.

Ein feiner Zug der Deutschen Bahn wäre es, im Zug Anne Frank auf die Werbefläche zu verzichten und im Zug stattdessen Infotafeln aufzustellen: über Anne Frank und über die Rolle der Deutschen Reichsbahn bei der Deportation. Im Zug der Geschwister Scholl könnte man über die Weiße Rose und andere Widerstandsgruppen informieren. Damit würde die Deutsche Bahn nicht nur für Bildung unterwegs sorgen, sondern auch die Opfer des Nationalsozialismus nachhaltig würdigen.

Die Obergrenze war zuviel!

Jesus stieg vom Kreuz

Er hat sich dem Islamischen Staat angeschlossen, um mit ihm gemeinsam gegen die CSUngläubigen zu kämpfen.

Nein, mir geht es nicht gut

Nein, mir geht es nicht gut. Ein Satz, den man eigentlich gerne sagen möchte, wenn einem jemand nach dem Befinden fragt. Man hat aber keine Lust, demjenigen zu erklären, warum es einem nicht gut geht. Deswegen sagt man: Mir geht’s gut. Oder in Bayern auch: Basst scho.

Was aber, wenn es nicht nur ein kleines Wehwehchen oder ein schlechter Tag ist, sondern etwas gravierenderes? So wie ich mit meiner Depression. Würde ich auf die Frage Wie geht’s Dir? mit Schlecht. oder Nicht so gut. antworten, kämen sofort Fragen und man möchte genaueres wissen. Aber vielleicht möchte ich das gar nicht erzählen?

Oder ich habe einfach keine Lust darauf, Antworten zu bekommen wie Wird schon wieder. oder Jeder hat mal einen schlechten Tag. Auch gerne beliebt ist: Reiß Dich doch zusammen. oder Du musst einfach nur Deinen Arsch hoch kriegen.

Einerseits kann ich es ja auch verstehen. Die Menschen erleben mich ja nicht an meinen schlechten Tagen. An meinen schlechten Tagen, wenn die Depression wieder richtig meint Arschloch spielen zu müssen, gehe ich nicht aus dem Haus. Meistens noch nicht einmal aus dem Bett. Nicht, weil ich das nicht möchte. Sondern, weil mein Körper meinen Befehlen nicht mehr gehorcht.

Die Verbindung zwischen dem Teil des Gehirns, in dem der Geist lebt und dem Teil des Gehirns, in dem die Befehle an die Muskeln gesendet werden, scheint unterbrochen. Nun könnte man das einfach hin nehmen. Aber man ärgert sich. Man ärgert sich über sich selbst. Und zwar so lange, bis man sich selbst drüber ärgert, warum man sich eigentlich ärgert. Ich weiß doch selbst woran es liegt: ich bin krank.

Klebezettel in der psychiatrischen Tagesklinik. Verfasser: leider unbekannt

Vor zwei Jahren war ich für sieben Wochen teilstationär in einer psychiatrischen Klinik in Behandlung. Ich fühlte mich danach geheilt. Ja, wirklich geheilt. Ich empfand wieder viel mehr Freude, hatte Spaß am Leben und war aktiv. Leider habe ich einen entscheidenden Fehler gemacht: ich habe mich nicht um eine Anschlußbehandlung gekümmert. Wozu auch, mir ging es doch wieder gut.

Als dann die Tabletten nach und nach ausgeschlichen wurden, begann wieder der Abstieg – ohne, dass es von mir bemerkt wurde. Es war eben so schleichend, wie es auch vor der psychiatrischen Klinik aufgetreten war. Nur, dass ich dieses Mal früher gegensteuern konnte. Ich habe die Anzeichen früher erkannt.

Heute morgen bin ich um 8 Uhr aufgestanden. Was für mich schon eine tolle Erfahrung ist. Meist schaffe ich es erst zwischen 14 und 17 Uhr aus dem Bett und das egal, wann ich am Vorabend ins Bett gegangen bin. Ich habe gefrühstückt, Wäsche gewaschen, den Geschirrspüler eingeräumt und gestartet, bin einkaufen gegangen und habe mir ein Mittagessen gekocht. Was für einen gesunden Menschen ganz banal klingt, ist für mich ein Erfolg. Bereits mittags soviel geschafft zu haben baut auf. Hoffentlich geht es so weiter.